Entscheidungskraft in der Gruppe - Peter Nickel

Entscheidungskraft in der Gruppe

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Unsere Entscheidungskraft wird durch viele Kriterien mit beeinflusst. Allerdings bilden wir uns ein, dass unsere Entscheidungen in der Regel durch Faktoren, die wir rational greifen können, gelenkt werden. Gedanken wie Risikoabwägung und das Abklopfen mentaler Pro & Contra-Listen sind uns dabei vertraut. Doch tatsächlich werden wir von vielen unbewussten Gedankengängen mit beeinflusst, die uns bei rationaler Betrachtung lächerlich, geradezu verrückt erscheinen. Ums so wichtiger ist es, dass wir uns mit diesen unbewussten Mechanismen vertraut machen, um ihnen entgegenzuwirken und so unsere Entscheidungskraft stärken.

Auf besonders tragische Weise kann unsere Entscheidungskraft geschwächt werden, wenn wir Opfer des sogenannten Zuschauereffektes werden. Hier handeln wir gegen unseren normalen moralischen Kompass. Schließlich haben wir alle gelernt, dass wir helfen sollen, wenn wir auf Notleidende treffen. Doch Wissenschaftler haben beobachtet, dass wir uns nur zu gerne von unseren Instinkten und nicht unseren Werten treiben lassen. Schließlich reagieren wir als soziale Lebewesen besonders sensibel auf gruppendynamische Prozesse. So wurde festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir helfen, gemindert wird, wenn mehr Menschen zugegen sind.

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Wenn ein Auto von der Fahrbahn abkommt, schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass der Einzelne eingreift, da er im Rückspiegel viele andere Autos sieht und sich denkt, „einer von denen wird schon wissen, was zu tun ist… „ dann blickt er nach vorne und stellt fest, dass die anderen vor ihm ja auch vorbei fahren. „Diese Leute werden sicher wissen, weshalb sie vorbeifahren. Wahrscheinlich ist schon Hilfe auf dem Weg.“ So kann tragischer Weise jemand neben einer vollbefahrenen Straße völlig in Stich gelassen werden, während einem Opfer in einer ländlichen einsamen Gegend vom ersten Passanten geholfen wird. Denn dieser einsame Wanderer kann seine Verantwortung auf niemand anderen abwälzen. Die Psychologen John Darley und Bibb Latané sprechen bei großen Gruppen von Verantwortungsdiffusion. Aufmerksam wurden sie auf dieses Phänomen, als die Kellnerin Kitty Genovese 1964 nach einer späten Schicht in Queens direkte vor ihrem Wohnhaus attackiert und ermordet wurde. Obwohl ihre Schreie zur Folge hatten, dass überall die Lichter angingen, hielt es niemand für nötig die Polizei zu rufen oder sonst wie einzuschreiten. Jeder dachte sich, „der Nachbar wird sicher schon längst die Polizei gerufen haben…“

Lasst uns also dessen bewusst sein und uns nicht wie ein Schaf in einer Herde verhalten, sondern uns klar machen, dass es auf unsere individuelle Entscheidungskraft ankommt, ganz egal, was die Leute um uns herum machen.

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Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

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