Interview mit Kerstin Scherer „Keine Entscheidung – kein Erfolg“

with Keine Kommentare

Kerstin Scherer von der Scherer Academy beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Grenzüberwindung. Sie veranstaltet Seminare, in denen der Mensch im Zentrum steht. Wer bin ich? Wohin gehöre ich? Auf spirituellen Reisen durch das eigene Innere werden Ursachen erforscht und Lösungen erarbeitet. Mit ihr sprach ich in unserem wöchentlichen Kurzinterview über das Thema Entscheidungen.

Peter Nickel: Frau Scherer, was sagen Sie zum Thema Entscheidungen?

Kerstin Scherer: Wenn ich an das Thema Entscheidungen denke, gibt es meiner Meinung nach zwei Phasen. Die erste Phase ist die vor der Entscheidung. Die zweite Phase ist die nach der Entscheidung. Leider stehen die meisten Menschen vor der Entscheidung. In dieser Phase ist man unproduktiv, unzufrieden, nichts tut sich und das birgt großes Potenzial für Krankheiten und Dramen. Wer in dieser Phase, das heißt vor der Entscheidung, steht, wird tatsächlich oft krank. Wenn wir uns jedoch für uns entscheiden, entgehen wir Krankheiten, Dramen und Unglück.

Peter Nickel: Bitte lassen Sie mich an dieser Stelle eine weitere Frage einwerfen. Woher glauben Sie kommt das genau?

Kerstin Scherer: Wir haben verlernt, auf unsere Seele zu hören. Wir Schamanen sagen „Wir denken mit dem Herzen und fühlen mit dem Verstand“. Dabei ist es so wichtig, Zugang zu sich selbst zu haben. Denn nur so können wir herausfinden, wer wir sind. Bin ich Stratege, bin ich ein rationaler oder ein emotionaler Typ, wo sind meine Stärken, was ist meine Berufung? Es gibt über 100 Lebenswege, die gangbar sind. Doch es gibt nur einen Lebensweg, der der richtige für mich selbst ist. Auf dem ich Krankheit, Drama, Unglück entgehe. Mein Weg. Die richtige Entscheidung kostet keine Kraft. Man muss nur den Mut aufbringen, sie zu treffen. Sich gegenüber anderen selbstbewusst zeigen, mit seinen Plänen und Zielen, mit sich selbst. Und man muss sich eingestehen, wenn man Fehler gemacht hat. Besonders bei jungen Menschen ist das überhaupt kein Problem, wenn sie eine falsche Entscheidung getroffen haben, da sie ungefähr bis zum 21. Lebensjahr in der Findungsphase sind. Leider haben wir Deutschen generell oft Angst vor Entscheidungen.

Kerstin_Scherer

Peter Nickel: Frau Scherer, viele Menschen stehen im Niemandsland, das heißt, sie sind nicht richtig für etwas, aber auch nicht richtig dagegen. Im Berufsalltag sieht das laut einer Studie so aus, dass 70% aller Arbeitnehmer sich ihrer Arbeit und dem Unternehmen gegenüber nicht verpflichtet fühlen und unengagiert sind.

Kerstin Scherer: Das ist ein wichtiger Punkt. Besonders häufig ist das in unserer Zeit bei jungen Menschen zu sehen. Sie wissen nicht, wer sie sind und wohin sie wollen. Durch gezielte Unterstützung im Entscheidungsprozess könnte man hier sogar die Suizidrate verringern.

Peter Nickel: Und was bedeuten in diesem Zusammenhang Entscheidungen für Sie auf zwischenmenschlicher Ebene?

Kerstin Scherer: Auf zwischenmenschlicher Ebene, aber auch im Allgemeinen, ist es wichtig, seine Verantwortung zu tragen. Nur, wenn ich zum Beispiel nach einem Streit die Verantwortung für meine eigenen Gefühle übernehme und auch für die des anderen, können Beziehungen funktionieren. Und das gilt natürlich auch in der Berufswelt. Gesunde Beziehungen sind die Grundlage eines funktionierenden Arbeitslebens. Nur wer Entscheidungen trifft, wird diese Voraussetzungen erfüllen, die der Schlüssel zum Erfolg sind.

Peter Nickel: Welche wichtigen Entscheidungen haben Sie in Ihrem Leben bereits getroffen, was hat Ihr Leben nachhaltig verändert?

Kerstin Scherer: Ich bin von Haus aus Physiotherapeutin. Die Hellsichtigkeit, meine Begabung, hatte ich immer im Background, mich damit aber nicht an die Öffentlichkeit getraut. Wie ein Homosexueller, der sich nicht outen will. Irgendwann war es nicht mehr tragbar, ich wurde krank. Dann habe ich eine radikale Entscheidung getroffen, meinen alten Job beendet, mir ein Haus gemietet, dort gewohnt und gearbeitet. Das, was ich kann und wofür ich bestimmt bin. Und obwohl alle um mich herum sagten, dass ich das nicht tun könne und niemals schaffen würde, trat genau dieser Fall ein: Nach kurzer Zeit hatte ich großen Erfolg. Und aus dieser Erfahrung heraus weiß ich eines ganz sicher: Ich werde nie wieder zulassen, dass mich mein Leben dermaßen beutelt, bevor ich eine Entscheidung treffe.

Peter Nickel: Können Sie mir zum Abschluss bitte Ihren Entscheidungstipp der Woche geben?

Kerstin Scherer: Wenn du eine Entscheidung treffen musst, stelle dir vor, du betrittst einen Raum. In diesem Raum befinden sich zwei Türen. Die erste Tür steht für die eine Option, die zweite Tür für die andere Option. Nun stellst du dich nacheinander vor beide Türen. Bei der Tür, wo du ganz ruhig wirst, handelt es sich um die richtige Entscheidung. Von der Tür, bei der du unruhig wirst, rate ich dir ab.

Peter Nickel: Vielen Dank für das freundliche Gespräch.

Peter Nickel
Verfolgen Peter Nickel:

Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
Letzte Einträge von