Entscheidertipp der Woche mit Veit Etzold

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Durch deutschsprachige Thriller wie dem Bestseller Final Cut hat sich der Autor Veit Etzold einen Namen gemacht. Neben vielen spannenden Thrillern hat Veit Etzold auch einige Sachbücher wie „Equity Storytelling: Think – Tell – Sell: Mit der richtigen Story den Unternehmenswert erhöhen“ auf den Markt gebracht. Inzwischen hält der erfolgreiche Autor auch Vorträge, vor allem rund um die Bedeutung und Methodik des Storytelling. Weiterhin bringt er sein Wissen als Unternehmensberater ein.

Peter Nickel: Wir haben drei Fragen zum Thema Entscheidungen. Als erstes grundsätzlich, was ist deine Meinung zum Thema Entscheidungen?

Veit Etzold: An einer Entscheidung definiert sich, ob jemand selbstbestimmt lebt oder nicht. Ob er als Führungskraft in Frage kommt oder nicht. Ob er selbst Dinge in die Hand nimmt oder es anderen überlässt. Ob er bereit ist für sein eigenes Leben die Verantwortung zu übernehmen oder nicht. Wer Entscheidungen trifft lebt eigentlich wirklich. Wer nicht entscheidet, lebt eigentlich nicht.

Peter Nickel: Das ist doch mal eine gute Aussage. Die zweite Frage ist eine fast persönliche Frage. Gibt es eine wichtige Entscheidung in deinem Leben, von der du uns erzählen magst?

Veit Etzold: Ich schreibe ja Thriller und das erfolgreich. Aber es ist nicht so, dass der Verlag auf einen zukommt und sagt: „Mach doch mal was.“ Sondern zunächst ist man eines von vielen eingesandten Manuskripten. Dann muss man ja das ganze Buch fertig schreiben. Viele und auch man selbst fragt sich dann schon: „Spinnt der – so viel Zeit zu investieren.“ Und dann am Ende gar nicht zu wissen, ob es gut geht. Es ist einerseits ein großes Investment, es gehört auch Mut dazu und man muss auch ein bisschen verrückt dabei sein. Es war aber die richtige Entscheidung. Hätte auch schief gehen können.

Man muss eben erst mal etwas investieren und bekommt die Belohnung gar nicht oder erst später. Wer es aber gar nicht probiert, der bekommt gar nichts.

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Veit Etzold

Peter Nickel: Nach dem Motto: Den Preis des Erfolges muss man im Voraus bezahlen.

Veit Etzold: Ja oder: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Peter Nickel: Es heißt, dass es auch viel mit Geduld verbunden ist. Es dauert ja – das Einschicken des Manuskriptes, bis was passiert dauert es doch Monate?

Veit Etzold: Das Schreiben dauert auch noch mal. Ich habe einen externen Lektor gehabt, der das Buch optimiert. Weil du als neuer Autor automatisch Fehler machst und das kann dir bei den etablierten Verlagen den Hals brechen.

Peter Nickel: Wie lange dauert es vom Einsenden des Manuskripts bis zum Feedback?

Veit Etzold: Das kann ewig dauern. Ich habe eine Agentur kennengelernt, die das vermarktet hat. Die haben lange an dem Buch herum geschraubt – vom Frühjahr 2007 bis zum Spätsommer, dann haben sie es auf der Frankfurter Buchmesse angeboten. Januar war dann auch eine Zusage dabei. Man braucht schon viel Geduld

Peter Nickel: Die hast du ja scheinbar.

Veit Etzold: Bei den richtigen Sachen. Dinge durchziehen und weitermachen, auch wenn sich erst mal kein Erfolg einstellt, das unterscheidet den Erfolgreichen vom Erfolglosen – nicht gleich aufgeben. Aber an etwas festzuhalten, was gar nicht funktioniert, kann auch nach hinten losgehen.

Peter Nickel: Man muss vom toten Pferd absteigen. Aber man muss trotzdem an sich glauben und weitermachen solange bis der Punkt kommt: „Hier ist Ende.“

Veit Etzold: Der geordnete Rückzug ist der schwierigste. Wenn man sich aber zurückziehen muss, ist es oft mit hohen Verlusten verbunden.

Peter Nickel: Letzte Frage: Hast du einen Tipp für unsere Leser? – den Entscheidertipp der Woche.

Veit Etzold: Wer Leute von seiner Entscheidung überzeugen will, da sind wir wieder beim Storytelling, der erzählt am besten von sich, warum seine Historie ihn genau zu dieser Entscheidung geführt hat. Warum ihm das hilft und warum es allen anderen helfen kann. Von einen auf alle anderen übertragen. Wenn man die persönliche Motivation nicht offen legt, dann fragen sich andere „Warum macht die Person das?“

Wenn die Motivation unklar erscheint, wirkt die Person irrational.

Je mehr man aus dem eigenen Background erzählen kann, warum einen die eigene Historie notgedrungen zu dieser Entscheidung führen musste, desto eher ist man jemand, der ernst genommen wird.

Peter Nickel: Vielen Dank für das Interview.

 

 

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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