Gefühle und Entscheidungen im Geiste der neuronalen Plastizität

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Schon lange versuchen Forscher zu entschlüsseln was in unserem Gehirn vor sich geht wenn wir Entscheidungen treffen. Nun haben Erkenntnisse aus dem Gebiet der neuronalen Plastizität starke Implikationen dafür wie wir unsere Gefühlswelt beeinflussen können und wie sich dies auf unserer Entscheidungskraft auswirkt. Können wir durch bewusstes Denken unser Gehirn so umstrukturieren, dass wir die Welt anders filtern und uns somit anders in ihr bewegen?

Entscheidungen finden in unserem Gehirn statt. Das ist soweit nichts Neues.

Aber was genau impliziert diese Aussage?

Unsere Entscheidungen sind ein Resultat von unglaublich komplexen neuronalen Verbindungen. Diese neuronalen Verbindungen sind auch für alle anderen Vorgänge in unserem Gehirn verantwortlich – für unsere Gedanken, unsere Gefühle – schlicht sie sind dafür verantwortlich wer wir sind. Das Spannende ist nun, dass unsere neuronalen Verbindungen nicht nur ein Resultat unseres genetischen Rüstzeuges sind, das uns unsere Eltern auf den Weg gegeben haben, sondern das Gehirn modifiziert sich ein Leben lang den Umständen entsprechend.

Nun ist die Idee von einem Wechselspiel von Umwelt und Genetik auch noch kein revolutionärer Gedanke, aber wenn man sich überlegt was genau die Einflüsse sind, die unser Gehirn formen, dann wird einem klar, welche Möglichkeiten einem diese Erkenntnis bietet!

Schafe zählen stärkt neuronale Bahnen

Ein Mann zählt in seiner Freizeit gerne Schafe und je mehr Schafe er zählt, desto besser wird er darin.

Er sieht ein Schaf und entschließt sich es numerisch zu erfassen, daraufhin werden im Gehirn die entsprechenden neuronalen Verbindungen gelegt bzw gefestigt, die für die Schafserkennung zu ständig sind und weiterhin werden die Bahnen, die zum Zahlenzentrum führen, gestärkt und das Zahlenzentrum selbst wird verbessert.

Die Person hat sich quasi entschlossen bestimmte Areale seines Gehirns auf ein höheres Niveau zu schrauben. Nun wissen wir doch auch, dass unsere Gefühle auch ein Teil unseres Gehirns sind.

Was ist, wenn man sich dazu entschließt ein glücklicherer Mensch zu sein?

Entscheidungen - Schafe

Fähigkeiten gegenüber, die man durch einen schlichten IQ-Test überprüfen kann, räumen wir schnell ein, dass sie durch Übungen einen dehnbaren Rahmen haben, da dies auch unsere Erfahrung aus der Schule ist – setz dich hin, lern was und du wirst ein guter Schüler sein!

Da wir Emotionen als fundamentalen Bestandteil dessen sehen, wer wir sind, ist der Gedanke, dass wir diese durch das Umbauen der neuronalen Struktur in unserem Kopf beeinflussen können irgendwie fremd. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir uns selbst für diesen neuronalen Umbau entscheiden können. Das heißt das Gehirn entscheidet sich dafür, dass das Gehirn erneuert werden muss. Dieser Vorgang nennt sich neuronale Plastizität. Der Begriff beschreibt, dass Hirnbereiche sich in Abhängigkeit ihrer eigenen Tätigkeit verändern.

Nun das heißt, dass man sich dafür entscheiden kann sein Gehirn umzustrukturieren, so dass man besser zählen kann oder eben, dass die emotionale Wahrnehmung eine andere wird.

Wenn Emotionen allerdings ausschlaggebend dafür sind, wer wir sind und sich unsere Gefühlswelt ändert, werden wir dann ein Stück weit eine andere Person und heißt es auch, dass wir von da an andere Entscheidungen treffen und somit ultimativ ein völlig anderes Leben führen werden?

Doch wie geschieht dieser Prozess?

Die meisten Menschen können sich im gewissen Grade selbstständig in einen emotionalen Zustand versetzen. Man denkt einfach an ein trauriges Ereignis in seinem Leben und schon merkt man wie sich die emotionale Sicht ein klein wenig verdunkelt. Je häufiger man an solche Ereignisse denkt, desto mehr werden genau diese Bahnen verstärkt, die für diese Gedanken zuständig sind.

Und dieser nun gefestigte emotionale Zustand beeinflusst natürlich all unsere Entscheidungen.

Eine depressive Person ist nicht entscheidungskräftig, da sie hinter jedem Schritt eine Katastrophe wittert – diese Person denkt negativ.

Das Gegenteil ist natürlich auch möglich. Verknüpft man positive Gedanken mit alltäglichen Entscheidungen wird man zunehmend weniger Probleme haben Entscheidungen zu treffen und morgens aufzustehen und dem Tag entgegenzutreten.

Also sollte man sich überlegen woran man denkt, denn das hat einen Einfluss darauf wer man ist und wer man sein wird.

 

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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  1. […] denn in unserem Kopf sitzt auch die Lösung? Schließlich hat die Forschung auf dem Gebiet der neuronalen Plastizität gezeigt, dass die Verknüpfung von Neuronen ein dynamischer Prozess ist und zwar wird dieser nicht […]

  2. […] Die Veränderung darf keine kurzzeitige Sache sein, sondern sie muss in unserem Gehirn stattfinden. Neuronale Plastizität. Erst dann sind wir Herr beziehungsweise Frau über unser Ess- und Bewegungsverhalten und können […]