Gewohnheitsmensch oder freier Entscheider?

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Entscheidungen treffen wir im Hier und Jetzt, so glauben wir. Jenseits von inneren, äußeren, aktuellen und vergangenen Einflüssen. Wirklich?

Tatsache ist, dass wir uns ganz schön oft steuern lassen. Natürlich vollkommen inkognito. Wir glauben, dass wir ganz rational entscheiden. Forscher haben jedoch unter anderem festgestellt, dass wir uns lieber für das entscheiden, was wir kennen. Erscheint uns etwas vertraut, fühlen wir uns zu dieser Option hingezogen. Selbst merken wir das nicht. Wenn wir als Kinder jeden Sommer in die Berge gefahren sind, werden wir das wahrscheinlich auch im Erwachsenenalter tun. Wenn wir in einem sehr ordentlichen Haushalt aufgewachsen sind, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit ein sehr ordentliches zu Hause bevorzugen.

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Die Forscher haben dafür bei Versuchspersonen die Gehirnströme in Entscheidungssituationen gemessen und festgestellt, dass unser Kopf zuerst auf die vertrautere Variante zusteuert und erst danach andere Informationen, die im Gedächtnis gespeichert sind, für die Entscheidungsfindung hinzuzieht. Der Einfluss des Unbewussten ist laut der Studie der Universität des Saarlandes so groß, dass die Wissenschaftler – noch bevor die Testpersonen sich bewusst entschieden hatten – sagen konnten, wofür sie sich entscheiden werden.

Kritisch wird es, wenn wir uns zu Vertrautem hingezogen fühlen, das uns (oder anderen) nicht gut tut. Wenn wir nicht bewusst dagegen sind, treffen wir falsche Entscheidungen.

Privat kann das so aussehen, dass wir uns für den Partner entscheiden, der unserer Mutter beziehungsweise unserem Vater am meisten ähnelt. Selbst, wenn das nicht die beste Wahl für uns ist. Oder dass wir die gleichen Erziehungsfehler bei unseren Kindern machen, die unsere Eltern bei uns gemacht haben. Oder dass wir Schokokekse essen, wenn wir im Stress sind. Oder dass wir Rechtsanwalt werden, weil unsere Eltern es auch sind.

Auch auf beruflicher Ebene gibt es Auswirkungen und am Aktienmarkt werden durch dieses Phänomen Entscheidungen getroffen, die rational nicht nachvollziehbar sind. So werden die Kurse bekannter Unternehmen allein aufgrund von deren Medienpräsenz oft steil nach oben gehen. Was jedoch nichts mit dem tatsächlichen Wert einer Aktie zu tun hat.

Hinter dem Ganzen steckt nichts Geringeres als ein Hormon. Dopamin bewirkt, dass wir uns wie belohnt fühlen, sobald wir etwas Vertrautes erkennen.

Doch viele Erfolgsgeschichten zeigen, dass wir uns nicht immer für das entscheiden, was wir kennen. Wir müssen es nur bewusst ablehnen. Die Zigarren, die Papa immer gequalmt hat. Der Putzfimmel der Mutter. Das Stück Kuchen jeden Nachmittag.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren bewussten Entscheidungen!

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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