Entscheidertipp der Woche mit Christian Wiegand: Entschieden zu helfen.

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Christian Wiegand arbeitet als Vertriebsleiter TV national für die Medienagentur Peter Nickel. 

Peter Nickel: Herr Wiegand, was sagen Sie generell zum Thema Entscheidungen?

Christian Wiegand: Für mich ist es extrem wichtig, ein entschiedener Mensch zu sein, weil es für mich ganz einfach kein schlechteres Gefühl gibt, als unentschieden zu sein. Der Unentschiedene – das ist ja der Gegenspieler zum Entscheider – weiß niemals, wohin er wirklich möchte und macht sich daher natürlich auch niemals Gedanken darüber, wohin er aktuell geht.

Dementsprechend versuche ich immer mein Ziel, ob privat oder beruflich, zu visualisieren.

Ich stelle mir die Frage: Was möchte ich erreichen? Sodass ich mir im zweiten Schritt überlegen kann, wie ich dieses Ziel erreichen werde.

Für mich geht es immer darum ein Ziel zu erfassen, einen Plan zu machen und auf dem Weg dorthin klare Entscheidungen zu treffen.

Quintessenz dabei ist, dass ich mit mir selbst im Reinen bin. Mein Anspruch an mich selbst ist es, ein ehrlicher, klarer und direkter Mensch zu sein.

Ich habe gewisse Verantwortungen in meinem Beruf und trage Verantwortung gegenüber vielen Menschen. Deshalb habe ich entschieden, mir treu zu bleiben. Das heißt, immer klar, ehrlich und direkt zu sein. Dadurch habe ich weniger Stress, lebe deutlich gesünder und kann dadurch meine Verantwortung gut tragen.

Peter Nickel: Gibt es eine wichtige Entscheidung in Ihrem Leben, die Sie unseren Lesern mitteilen möchten?

Christian Wiegand: Ganz klar gibt es eine wichtige Entscheidung. Es ist eine Entscheidung, die ich 2008 getroffen habe. Damals habe ich meinen alten Job als Trainer und Bademeister an den Nagel gehängt. Ich war schon immer Teamplayer, habe aber bemerkt, dass in meinem Leben noch mehr geht. Ich las in einer Stellenanzeige, dass die Medienagentur Peter Nickel Vertriebsmitarbeiter für Radio- und Fernsehwerbung sucht. Ich wurde eingestellt und hatte meine ersten Erfolge.

Doch dann ist mir während eines Fußballspiels die dicke Sehne in meiner Fußsohle gerissen.

Ich konnte nicht ohne Krücken laufen – schwierig im Vertrieb. Doch ich traf die Entscheidung, dass ich hier richtig bin und Unternehmen ins Radio und Fernsehen bringen möchte. Ich habe gegen alle Widerstände weiter gemacht und wurde dann relativ zeitnah zum Junior-Vertriebsleiter ernannt.

Es war eine klare Ernennung. Später wurde der „Junior“ dann gestrichen.

Letztendlich habe ich damals die Entscheidung getroffen, meinen beruflichen Weg im Vertrieb zu gehen. Eine Entscheidung, die mir ganz viel im Leben gebracht hat.

Die Sache mit dem Schwimmbad und den Krücken habe ich dabei nie vergessen. Mir ist bewusst, dass ich mit dieser Position sehr reich beschenkt wurde und nehme diese Arbeit und die damit zusammenhängende Verantwortung daher demütig an.

Aktuell haben wir ja in Deutschland eine Situation, in der es dem einen oder anderen bei Weitem nicht so gut geht wie mir. Ich meine die Flüchtlingssituation. An Heiligabend, als ich mit meiner Familie im Gottesdienst war, habe ich mich daher dazu entschieden, meine Hilfe anzubieten.

Da ich viel jogge, bot ich dem Pastor an, eine Laufgruppe zu organisieren.

Ich war schon zweimal mit Flüchtlingen joggen. Sie waren ganz dankbar und das war der große Lohn für mich. Sie hatten große Freude beim Laufen und ihr Lächeln im Gesicht hat wiederum mich erfreut. Wer Gutes gibt, bekommt Gutes zurück.

Peter Nickel: Haben Sie einen Entscheidertipp für unsere Leser?

Christian Wiegand: Ich treffe meine Entscheidungen immer zu hundert Prozent aus dem Herzen, weil das Herz das Ehrlichste und Schonungsloseste ist.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch ein entschiedener Mensch sein kann, wenn er den Mut hat, auf sein Inneres, also sein Herz, zu hören.

Ich glaube, dass die meisten Menschen immer das Problem „Kopf gegen Herz“ haben.

Dabei liegt alle Kraft im Herzen – eine emotionale Entscheidung ist immer stärker als eine rationale.