Entschieden abnehmen – Wer macht`s uns schwer?

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Wenige haben es noch nicht einmal probiert: Entschieden Abnehmen. Das Körpergewicht erreichen, mit dem ich mich wohlfühle. Mit dem ich nicht in Atemnot komme beim Treppensteigen. Mit dem die Shoppingtour nicht zum Frustspaziergang wird. Und mit dem ich mit Appetit essen kann.

Vor allem Frauen kämpfen häufig ihr Leben lang um das eigene Idealgewicht. Vieles wird ausprobiert, doch in der Regel sind es Maßnahmen, die einen schnellen Erfolg erzielen und/oder wenig Disziplin erfordern. Extreme Verzicht-Diäten, wie beispielsweise keine Kohlenhydrate, zwei Wochen kein Fett im Essen oder einfach mal nur Gemüse und Wasser zu sich nehmen, bringen meist schnelle Erfolge.

Andere bevorzugen Diät-Shakes und andere Abnehmprodukte aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt. Sie sollen ebenfalls das Körpergewicht und vor allem den Körperfettanteil verringern. Dass diese Produkte oft nur im Zusammenspiel mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung wirken, übersehen wir dabei gerne. Allen Hinweisen zum Trotz. Das Wundermittel muss Außergewöhnliches vollbringen, schließlich hat es Außergewöhnliches versprochen und wir haben dafür außergewöhnlich tief ins Portemonnaie gegriffen.

Sollten wir es nun geschafft haben – auf welche der oben genannten Weisen auch immer – ein paar Kilos losgeworden zu sein, ist die anfängliche Freude groß. Wir sind stolz auf unseren Erfolg und vielleicht motiviert uns die schlabbernde Jeans dazu, gleich nochmals vier Kilo abzunehmen. Doch nach einiger Zeit bröckelt der Putz. Wir haben ja schließlich nur Diät gemacht und jetzt wird wieder normal gegessen. „Normal“ bedeutet dabei „so wie zuvor“.

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Vielleicht sind wir auch nicht einmal soweit gekommen und stehen noch ganz am Anfang unserer Entscheidung.

Letztlich finden wir fast immer einen Grund, nicht zu beginnen oder nicht durchzuhalten:

„Ich hatte so einen Stress heute, ist mir jetzt egal, ich fange morgen mit der Diät an. Heute gibt’s Pizza und zum Nachtisch Schokopudding.“

„Ich habe Diät gemacht und die ist jetzt vorbei.“

„Ich kann doch nicht auf einen Geburtstag gehen und die Sahnetorte ablehnen.“

„Eigentlich bin ich gar nicht wirklich dick. Die alten Hosen passen zwar nicht mehr, aber die habe ich mir ja schon vor zehn Jahren gekauft. Jetzt bin ich zehn Jahre älter. Es ist normal, dass man mit den Jahren etwas zunimmt.“

Unsere schöne Entscheidung, so positiv getroffen und vielleicht sogar schon vielversprechend begonnen, ist dahin.

Das Problem bei der Sache ist: Wir müssen aus irreparablen Gründen ein Leben lang essen. Also müssen wir, wenn wir eine anhaltende Veränderung erzielen möchten, eine lebensverändernde Entscheidung treffen. Die Veränderung darf keine kurzzeitige Sache sein, sondern sie muss in unserem Gehirn stattfinden. Neuronale Plastizität. Erst dann sind wir Herr beziehungsweise Frau über unser Ess- und Bewegungsverhalten und können unser Wunschgewicht nachhaltig mit uns tragen.

Marie-Louise Flörchinger
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Marie-Louise Flörchinger ist als Assistentin der Geschäftsleitung die rechte Hand des Entscheiderexperten Peter Nickel.