Pauschalreisen, Entscheidungen und eine Liebesgeschichte

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Der heutige Post befasst sich mit einer Situation, die jedem von uns so passieren könnte. Eine kleine fiktive Geschichte über Alltagsroutine, den Ausbruch aus dieser und die daraus resultierenden Folgen. Stellen wir uns also die fiktiven Figuren Jim und Sarah vor. Viel Spaß.

Jim ist 32 und arbeitet seit vier Jahren bei einem mittelständischen Unternehmen in einer kaufmännischen Position. Sarah (28) arbeitet seitdem sie 19 Jahre ist in dem Friseurbetrieb ihrer Heimatstadt.  Die Beiden haben sich vor fünf Jahre bei einem Kinobesuch kennen und lieben gelernt. Doch seit dreieinhalb Jahren hat sich eine gewisse Routine in die Beziehung der Beiden eingeschlichen. Nach der Arbeit essen sie gemeinsam zu Abend und schauen TV. Am Wochenende gehen sie ab und zu gemeinsam in´s Kino oder spazieren im Park. Woche für Woche die gleiche Routine. Seit vier Jahren.

Entschieden dagegen, raus aus dem Alltag.

Eines Tages entdeckte Jim in einem Discounter ein Angebot (770€ pp) für eine Pauschalreise in die Karibik. Das Angebot beinhaltete: All Inclusive, nur 500 Meter bis zum Strand, 20 Minuten vom Flughafen entfernt und ein umfassendes Sportangebot auf der Hotelanlage, sowie zwei Inlandsausflüge. Jim entschied daraufhin, dass das Angebot genau das Richtige sei, um aus der Alltagsroutine auszubrechen. Er buchte die Reise und überraschte Sarah damit. Die Überraschung war gelungen. Sarah freute sich total und die beide traten die Reise an. Am Frankfurter Flughafen klappte alles super. Einzig allein auf dem Flug schrie ein Baby ununterbrochen, was das Schlafen so gut wie unmöglich machte. Nach 10 Stunden Flug kamen die Zwei dann wohlbehalten in der Karibik an.

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Der Weg vom Flughafen zum Hotel entpuppte sich als zwei stündige Odyssee in einem unklimatisierten Bus (die Klimaanlage war kaputt) mit 18 anderen Menschen von Hotel zu Hotel bis Jim und Sarah endlich ihre Hotelanlage erreichten. Die Anlage sah im Gegensatz zu den Bildern in der Broschüre viel trister und ungepflegter aus. Die Sportanlage des Hotels war total abgenutzt und für die meisten Aktivitäten fehlte das Zubehör. So gab es für Tennis keine Schläger, für Basketball fehlten die Körbe und der angepriesene Golfplatz lag außerhalb des Hotels und war nur gegen einen Aufpreis von 60$ zu benutzten. Das Hotel befand sich Luftlinie 500m vom Strand entfernt. Leider lag zwischen dem Hotel und dem Strand die meist befahrenste Autobahn der Karibik und die nächste Überführung war ca. eineinhalb Kilometer entfernt. Das versprochene All Inklusive beschränkte sich auf ein Tag für Tag gleichbleibendes Menü an Speisen und Getränken. Alle anderen Dinge musste man teuer bezahlen. Das Hotelzimmer sah extrem benutzt aus und hatte einen ekelhaften Eigengeruch. Immerhin war das Wetter gut.

Was macht man in so einer Situation?

Jim und Sarah waren sehr enttäuscht von der Situation. Sie fingen an sich jeden Tag mehr über das Hotel und das Personal zu ärgern. Die Zwei entwickelten eine richtig aggressive Grundstimmung und bald konnten Sie nicht mal mehr im normalen Tonfall miteinander reden.

„Was schleppst du mich an einen so ätzenden Ort, hättest du das Hotel nicht besser aussuchen können?“ - Sarah

Die geplanten Ausflüge in das Inland konnten sie nicht genießen, da sie voller Wut waren. Zum Strand liefen die Beiden nach den ersten drei Tagen auch nicht mehr, da der Weg zu weit war. So saßen sie ihre Zeit am Hotelpool ab und warteten darauf nach Hause zu dürfen. Zuhause angekommen verklagten sie den Reiseanbieter und ärgerten sich noch einige Wochen. Den Prozess gegen die Reisefirma verloren sie und so mussten sie die Kosten tragen, was sie nicht konnten. Eins führte zum Anderen, heute sind beide hoch verschuldet und können sich nicht mehr leiden.

Jim und Sarah waren sehr enttäuscht von der Situation. Dennoch fingen sie an die guten Dinge an der Reise zu sehen. Da der Strand auf Grund der schwierigen Erreichbarkeit oft nur mit ein paar vereinzelte Menschen gefüllt war, machten die Beiden sich täglich auf den Weg, um dort gemeinsam Zeit zu verbringen. Am Buffet kombinierten sie kreativ die magere Auswahl zu kleinen Highlights. Spielten Tischtennis mit einem Tennisball und ihren Händen.

„Wer kann schon behaupten für 750€ All Inklusive in der Karibik gewesen zu sein?“ - Sarah

Die Zwei hatten trotz der bescheidenen Ausgangssituation eine schöne Zeit da sie das Beste aus dieser gemacht haben. Zuhause angekommen erzählten sie ihren Freunden noch Jahre später immer wieder lustige Anekdoten aus dem Karibikurlaub. Seit diesem Tag machten sie öfter kleine Ausflüge und flogen noch viele Male in den Urlaub. Einzig und allein mit dem Unterschied, dass sie nun besser ihre Reiseziele recherchierten.

 

Du hast immer die Wahl, was du aus der gegebenen Situation machst. Wenn du dich richtig entscheidest, dann kannst du auch in schlechten Zeiten Freude finden.