Zeitreisen, Entscheidungen und kein DeLorean

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Wir treffen unsere Entscheidungen und müssen mit den Konsequenzen leben. Passen uns die Konsequenzen nicht, dann versuchen wir meist noch das eine oder andere glattzubügeln. Doch wie wäre es, wenn es nichts zu bügeln gebe? Wenn man jederzeit die falsche Entscheidung verpuffen lassen könnte und  es somit nie zu der unangenehmen Konsequenz käme?

Genau dieses uralte menschliche Verlangen nach totaler Entscheidungsfreiheit, aufgrund einer konsequenzfreien Welt, speist viele Zeitreisegeschichten – manche Geschichten sind zu regelrechten Mythen unserer modernen Unterhaltungskultur geworden.

Schließlich scheint eine Zeitmaschine eine so elegante Lösung für unangenehme Folgen unserer Entscheidungen zu sein.

Alles was wir nur noch brauchen, wenn wir im Besitz einer handelsüblichen Zeitmaschine sind, ist die Fehlentscheidung ausfindig zu machen, die für die negative Konsequenz verantwortlich ist, um diese durch eine gezielte Zeitreise zu eliminieren. Wie oft haben wir uns schon vorgestellt, wie es wäre mit dem Wissen von heute zurück zu unserer Jugend oder Kindheit zu reisen, in die Vergangenheit zu reisen?

Wie gut könnten wir entscheiden, wenn wir doch nur den Ausgang der Geschichte kennen würden? Wie selbstsicher könnten wir auf Leute zu gehen, wenn wir nicht in der Momentaufnahme der Gegenwart gefangen wären? So manche große Liebe könnte sich erfüllen, hätten wir die Zeichen der Zeit richtig gedeutet.

Mit unserer Zeitmaschine müssen wir überhaupt nichts deuten, schließlich können wir nach dem Trial and Error Prinzip einfach ausprobieren wie der Traumpartner reagiert. Bekomme ich eine Ohrfeige, dann packe ich einfach meine Zeitmaschine und fliege zurück in die Vergangenheit und wandle meinen Annäherungsversuch ein wenig ab, solange bis es eben klappt.

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Doch das Problem unserer Welt ist, dass sie unglaublich Komplex ist und dass jede Entscheidung eine Lawine von Konsequenzen lostreten kann, die wir nur schlecht überschauen können. Das ist schließlich das Herzstück von Zeitreisegeschichten.

Der Terminator versucht den Erfinder der Kampfroboter der Zukunft zu vernichten, um den Krieg zwischen Mensch und Maschine zu verhindern und liefert gerade so ungewollte den Wissenschaftlern der Vergangenheit das  nötige Wissen, um so einen Kampfroboter zu basteln. Dumm gelaufen. Marty McFly aus „Zurück in die Zukunft“ wollte in der Vergangenheit oder seiner Gegenwart bloß ein wenig zocken und schon sorgte er dafür, dass sich die 80er in ein unbarmherziges Dystopia verwandelten, in der ausgerechnet sein Kontrahent Biff das Sagen hatte.

Natürlich ist auch unsere Geschichte voll ungewollter Konsequenzen. Einstein machte sich einige Gedanken über das Verhältnis von Masse zu Energie. Als es sich dann herumsprach, dass Masse ein riesiges Potential an Energie hat, das man nutzen kann, dachten sich einige Wissenschaftler und Politiker, wie praktisch man doch diese Erkenntnis für den tobenden Krieg einsetzen könnte und schon war die Atombombe geboren.

Der Erzherzog Franz Ferdinand wurde in Sarajevo erschossen und schon gab es den ersten Weltkrieg… Was schließen wir daraus? Wir können gar nicht alle Konsequenzen unserer Entscheidungen überschauen, also sollten wir uns nicht aus Angst vor den falschen  Konsequenzen blockieren. Lass uns verantwortlich mit dem Wissen umgehen, was wir zu einer gegenwärtigen Situation haben und versuchen wir basierend auf diesem Wissen vernünftig zu entscheiden.

Eine Zeitmaschine könnte ohnehin den Wunsch nach der perfekten Entscheidung nie erfüllen.

Alexander Knaack
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Alexander Knaack ist für die Medienagentur Peter Nickel im Bereich Online-Marketing tätig. Weiterhin bringt er sich redaktionell in Form von aktuellen Beiträgen im Blog TippsTrendsNews ein.

Eine Antwort

  1. […] es riskieren sollen. Gerne würde man in so einer Situation einfach drauf los reden, wenn wir nur die Möglichkeit hätten es dann erneut zu versuchen. Leider haben wir oft nur einen Versuch, um eine fremde Person von uns zu überzeugen, also wie […]