Bauchentscheider und Grübler

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Das Denken und somit das Entscheiden lässt sich in zwei Typen einteilen: Bauchentscheider und Grübler.

Wie reagieren Sie, wenn Sie gefragt werden, welches Essen es auf der Gartenparty geben wird? Sagen Sie sich einfach „Bockwürste sind gut! – Es gibt Bockwürste!“ Oder denken Sie erstmal darüber nach wer denn überhaupt kommen wird und wie denn die individuellen Essgewohnheiten aussehen. Erstellen Sie einen kulinarischen Strategieplan? Entscheiden sie sich schnell für die Würste, also ohne alle Informationen abzuwarten, dann sind Sie ein Bauchentscheiden. Dem gegenüber steht der Grübler, der lange an Entscheidungen knabbert, um möglichst das beste Ergebnis nach detaillierter Analyse der hereingekommenen Daten zu erzielen.

Der Grübler wirkt manchmal weniger entscheidungsfreudig und wir sehen in ihm nicht sofort den geborenen Anführer, während wir ihm aber gerne komplexe Probleme anvertrauen, da er offensichtlich mit Liebe zum Detail versucht Sachverhalte in ihrer Komplexität wahrzunehmen. Den schnellen Bauchentscheider können wir uns hingegen in Aufgaben vorstellen bei denen man schnell entscheiden muss, zum Beispiel als Pilot. Nun hat der Psychologe Daniel Kahneman die verschiedenen Entscheidungstypen untersucht und unterteilt. Er teilte wie folgt ein: Die schnellen intuitiven Entscheider sind irrationale Entscheider und auf der anderen Seite sind die langsamen und kopflastigen Entscheider die rationalen Entscheider.

Nun beschreibt der Mensch sich schon lange als animal rationale, also als das vernunftbegabte Wesen, das stets unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen kalkuliert und so zum besten Ergebnis kommt. Doch der Psychologe Daniel Kahleman zeigt ein anderes Menschenbild auf. Laut ihm verhalten sich Menschen häufig irrational. Dies belegte er anhand seiner Forschung zu menschlichem Verhalten in Gewinn- und Verlustsituationen. Für Ökonomen ist dies eine verblüffende Feststellung, schließlich basiert deren Weltanschauung aus einem Markt von Menschen, die rational nach Gewinnmaximierung streben und somit in ihrem Verhalten kalkulierbar sind. So manch ein Ökonom muss somit sein Weltbild überdenken.

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Doch was sind Sie für ein Entscheidungstyp?

Einfache Fragen und Antworten geben darüber Auskunft welcher Typ Sie sind.

 

1. Auf einem Teich landen Stockenten. Die Anzahl der Enten verdoppelt sich täglich.

Nach 20 Tagen ist der gesamte Teich mit schnatternden Enten völlig bedeckt.

Nach wie viel Tagen war der Teich völlig bedeckt?

 

2. Es gibt zwei Hühnerzuchtstationen, die eine ist ein kleiner bäuerlicher Betrieb, die andere ist eine XXL-Zuchthühneranlage mit tausenden Tieren.

Ist es nun im kleinen oder großen Hühnerhof wahrscheinlicher, dass an einem Tag weitaus mehr männliche Küken schlüpfen?

 

Die Antworten kommen weiter unten.

Nun muss noch betont werden, dass beide Entscheidungstypen Ihre Berechtigung haben. Je nach Situation können wir uns gar nicht leisten, langsam zu entscheiden. Über Generationen haben sich unsere Vorfahren in einer Welt entwickelt, die langsame Entscheidungen mit dem Tod bestraft hat. Wenn es im Gras raschelte, dann konnten sich unsere Vorfahren nicht leisten zu sagen: „Ich warte mal ab bis mehr Informationen da sind und ich entscheide mich dann …“

Wenn nämlich ein hungriger Löwe der Grund dafür ist, dass das Gras raschelt, dann ist es ratsam sofort das Weite zu suchen. In diesem Fall hat der eine oder andere Grübler den kürzeren gezogen. In anderen Situationen brauchen wir wiederum den rationalen Grübler. Wir wollen nicht, dass der amerikanische Präsident aus einem Impuls heraus auf den roten Knopf drückt.

Doch so ehrenwert auch das Abwarten von eintreffenden Situationen zur besseren Entscheidungsfindung auch ist. Angesichts der heutigen Informationsflut läuft man Gefahr zu keiner Entscheidung zu finden. Es ist also eine Balance von beiden Welten von Nöten.

 

Richtige Antworten:

1: 19

2: Im kleinen Hof

 

Wenn Sie richtig lagen, dann neigen sie zu langsamen und wohl überlegten Entscheidungen.

 

Alexander Knaack
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Alexander Knaack ist für die Medienagentur Peter Nickel im Bereich Online-Marketing tätig. Weiterhin bringt er sich redaktionell in Form von aktuellen Beiträgen im Blog TippsTrendsNews ein.