Entscheiderinterview mit Rainer Rogge: Es ist nie zu spät

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Durch seine inspirierende Biographie beweist Herr Rainer Rogge, dass es nie zu spät ist, sich für ein gutes Leben zu entscheiden – sei es durch einen Karrierewechsel oder durch das Überwinden gesundheitlicher Problemen. Herr Rogge lebt all dies vor.

Peter Nickel: Was fällt Ihnen zu dem Thema Entscheidungen ein?

Rainer Rogge: Es ist eine schwierige Frage. Wenn man eine Entscheidung trifft, dann muss man sich auch daran halten. Sage ich, dass ich Sport treibe, dann treibe ich auch Sport. Sage ich, dass ich mein Geschäft schließe, dann schließe ich auch mein Geschäft!

Peter Nickel: Gibt es eine Entscheidung, die sehr wichtig für ihr Leben war, sei es beruflich oder privat?

Rainer Rogge: Ich habe mich vor 10 Jahren entschieden meinen Beruf an den Nagel zu hängen. Ich hatte 35 Jahre lang ein Friseurgeschäft mit einigen Angestellten gehabt. Dann kamen Sachen dazu wie die Trennung der Frau etc, etc … Deswegen habe ich mich dazu entschlossen was ganz anderes zu machen. Also wickelte ich mein Geschäft ab. Heute bin ich froh, dass ich alles aus dem Kreuz habe. Scheiden tut zwar weh, aber ich habe ein neues Leben angefangen.

Peter Nickel: Die Quintessenz ist, dass es nie zu spät für große Entscheidungen ist?

Rainer Rogge: Auf jeden Fall. Das kann ich nur jedem empfehlen. Wenn man 35 Jahre lang den gleichen Beruf macht, ist man irgendwann ausgebrannt. Deswegen habe ich mich so entschieden und fühle mich heute sehr wohl. Ich habe auch mit 64 nochmal geheiratet. Ich habe eine sehr nette Frau durch einen tollen Zufall kennengelernt. Sie ist mir fast in’s Auto gelaufen, sie ist gerade Oma geworden und war ein wenig neben der Kappe. So haben wir uns dann kennengelernt. Daraus ist eine tolle Beziehung entstanden und letztes Jahr haben wir dann beschlossen zu heiraten. Auch wegen meiner Krankheit musste ich eine Entscheidung treffen.

Rainer-Rogge

Vor 6 Jahren hatte ich eine OP, weil eine Halsschlagader zu war. Ich bin schon durch meine Familie vorbelastet, meine Mutter hat das auch. Es ist keine einfache Operation, man sagte mir schon vorher, dass ich eventuell einen Schlaganfall bekommen könnte. Ich hatte allerdings das Pech, dass ich nicht nur einen Schlaganfall, sondern auch einen epileptischen Anfall bekommen hatte. Ich wachte nach zwei Tagen wieder auf und konnte mich fast nicht mehr bewegen, sprechen ging fast gar nicht mehr.

Mir sagte man dann, man könne sich entweder gehen lassen, dann geht fast nichts mehr oder man stellt sein Leben völlig um.Mir haben sie eine Reha vorgeschlagen. Nach vier Wochen bin ich zurück. Das sprechen ging dann, aber der konsequente Sport muss sein. Das heißt jeden Morgen um 05:00 aufstehen, eine dreiviertel Stunde Gymnastik – konsequent! Dadurch fühle ich mich auch wohl und habe ein ganz neues Leben.

Peter Nickel: Wegen dem Schlaganfall gab es eine ganz bewusste Entscheidung zum Sport.

Rainer Rogge: Es ging nicht anders. Es gab andere die gingen so aus der Reha raus wie sie gekommen sind. Auch in der Freizeit der Reha habe ich noch Sport gemacht.

Peter Nickel: Gibt es denn noch einen Entscheidertipp für unsere Leser?

Rainer Rogge: Wenn man eine Entscheidung triff, dann muss man sie auch durchziehen. Man kann zwar hinten runter fallen, aber man kann auch viel gewinnen. Es gibt nur machen oder nicht machen. Hätte ich mich nicht für den konsequenten Sport entschieden, könnte ich heute nicht das Interview geben. Nach dem Schlaganfall hat man mich nicht verstehen können.

Peter Nickel: Vielen Dank für das Interview.

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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

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