Entscheidertipp der Woche mit Dirk Theodor van Dinter

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Suche dir keinen Guru. Sei keine Kopie. Handle aus dir selbst heraus. So lautet die „Lebensphilosophie“ von Dirk Theodor van Dinter. Und diese ist nicht nur Basis seines Lebens, sondern auch Grundlage seiner Arbeit mit Menschen. „Ein präziser Beobachter und Menschenkenner“ , sagen Kunden über ihn. Er denkt quer, stellt infrage und verwirft, was man so macht. Er inspiriert zu neuen Gedankenprozessen. Impulsgeber. Frei, anders zu sein und anders zu denken.

Peter Nickel: Was bedeuten Entscheidungen für Dich?

Van Dinter:  Jede Entscheidung, die wir treffen, ermöglicht etwas und verhindert etwas.

Diese Konsequenz muss uns bewusst sein.

Wir müssen also nicht nur mit den Dingen einverstanden sein, die Entscheidungen ermöglichen, sondern eben auch mit den Dingen, die Entscheidungen verhindern.

Ich glaube deswegen sitzen manche Menschen im Konflikt und machen ihre Entscheidungen immer wieder rückgängig, weil sie die anderen Dinge nicht loslassen können.

Es wird auch oft suggeriert, dass man Entscheidungen rein rational treffen kann, das glaube ich nicht.

Der Neurowissenschaftler und Bewusstseinsforscher António Damásio hat in seinem Buch „Descartes‘ Irrtum“ bewiesen, wie elementar wichtig Emotionen für Entscheidungen sind.

Ich glaube auch, dass viele Menschen in der Lage sind Entscheidungen zu treffen, aber keinen Plan haben diese Entscheidungen umzusetzen.

Zu einer guten Entscheidung gehört also auch eine Strategie.

Und die wichtigste Frage, die sich Leute stellen müssen, ist, ob sie die richtigen Gewohnheiten haben, um diese Entscheidung umzusetzen. An Gewohnheiten scheitert es häufig.

Wenn ich abnehmen will, aber meine Gewohnheit nicht ändere, funktioniert es nicht.

Ich muss mir also Gewohnheiten aneignen, um mein Ziel zu erreichen.

Peter Nickel: Gab es eine große Entscheidung in Deinem Leben, ob privat oder beruflich, die Dich geprägt hat?

Van Dinter: Es war die Entscheidung mich selbstständig zu machen, es war die Entscheidung zu heiraten und eine Familie zu gründen. Es waren ganz weitreichende Entscheidungen, bei denen man alle Konsequenzen gar nicht überblicken kann.

Es ist auch ein wichtiger Punkt sich zu sagen: „Ich kann gar nicht bei jeder Entscheidung sofort alle Konsequenzen sehen und beeinflussen.“

Aber ich habe ja auch die Freiheit Entscheidungen zu korrigieren oder rückgängig zu machen.

Peter Nickel: War es eine rationale oder emotionale Entscheidung sich selbstständig zu machen?

Van Dinter: Ich kann emotional und rational für mich nicht trennen.

Wenn ich mit allen Emotionen, die nach einer Entscheidung kommen, einverstanden sein möchte, dann muss ich diese Emotion bei der Entscheidung miteinbeziehen.

Van Dinter

Beim sich Selbstständig-Machen ist eine Emotion Existenzangst und die musste ich natürlich miteinbeziehen. Die konnte ich nicht übertünchen, indem ich rational Statistiken über Selbstständigkeit durchgehe.

An der Existenzangst lag es, dass ich ungefähr zwei Jahre brauchte, um in die Selbstständigkeit zu gehen.

Peter Nickel: Wo kam dann er Punkt, an dem Du Dich für die Selbstständigkeit entschieden hast?

Van Dinter: Ich bin normalerweise ein Mensch, der relativ schnell Entscheidungen trifft.

Und irgendwann war ich von meiner eigenen Unentschiedenheit so genervt, dass ich mir selbst gesagt habe: „Jetzt triff mal die Entscheidung und mach sie auch nicht mehr rückgängig.“

Peter Nickel: Wir haben den passenden Satz dazu: „Wenn du eine Entscheidung getroffen hast, dann vergiss die Alternativen.“

Van Dinter: Auch ein wichtiger Punkt ist, der mir persönlich hilft Entscheidungen zu treffen, dass ich die Welt nicht mehr in richtig und falsch unterteile, sondern ich gehe einfach etwas friedlicher mit mir um und frage mich einfach, ob eine Entscheidung zielführend ist.

Ich denke richtig und falsch kann sehr einschränkend sein und es ist auch sehr auf andere Menschen projiziert. Was denken andere über mich, wenn ich das jetzt tue.

Ich bringe meinen Kunden bei, dass es nicht darum geht wie wir auf andere wirken.

Wenn wir uns ständig die Frage stellen, wie wir wirken, dann müssen wir jeden Tag ein anderer Mensch sein.

Sondern es muss heißen: „Was wollen wir bewirken?“

Peter Nickel: Mich hat auch mal jemand danach gefragt, was bei mir die beste und was die schlechteste Entscheidung war. Bei der schlechtesten Entscheidung ist mir erst nichts eingefallen, aber dann ist mir gekommen, dass das Schlechteste ist, keine Entscheidung zu treffen.

Nämlich gefangen zu sein im „mache ich es oder mache ich es nicht.“

Van Dinter: Wenn ich keine Entscheidung treffe, dann treffen andere die Entscheidung für einen.

Lieber treffe ich selbst die Entscheidung, auch wenn sie mich auf den falschen Weg bringt, dann kann ich sie korrigieren. Aber wenigstens habe ich selbst entschieden.

Peter Nickel: Hast Du noch einen Entscheidertipp für unsere Leser?

Van Dinter: Mach eine Pro- und Kontraliste und lass sie zwei Tage liegen.

Und nach zwei Tagen schau, was dich zuerst anspringt, entscheide dich dafür und mach es dann auch nicht mehr rückgängig.

Peter Nickel: Vielen Dank für das Interview.

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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