Von Depressionen und Entscheidungen

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Entscheidungen treffen fällt dem einen leicht, dem anderen weniger. Doch was ist, wenn es scheinbar unmöglich ist Entscheidungen zu fällen?

Es gibt Menschen, denen fallen die kleinsten Entscheidungen schwer. Diese Menschen stehen teilweise vor kleinen Alltagsentscheidungen, die sie dann als unüberbrückbare Probleme betrachten. „Welche Socken soll ich nur anziehen? – Das eine Paar Socken hat ein kleines Loch, aber das andere Paar hat ein irgendwie blödes Muster. Die anderen Socken sind schwarz, ich trug schon gestern schwarze Socken – Leute könnten denken, dass ich jeden Tag die gleichen Socken trage…“

Zu viele Variablen sehen nach einem katastrophal unüberschaubaren Dickicht aus, wenn man mit den falschen Emotionen diesen Variablen gegenüber steht.

Bei einem depressiv Erkrankten überschattet eine dunkle Wolke des Negativen alle Optionen und die damit zusammenhängenden Konsequenzen. Ein gesunder Mensch wird sich fragen wo das Problem bei der Wahl der Socken ist, schließlich sind die Konsequenzen ja überschaubar. Eher weniger Katastrophen sind aus der Wahl der falschen Socken hervorgegangen, also warum soll man sich groß Gedanken machen?

Doch für den depressiv Erkrankten hören sich selbst die kleinsten Konsequenzen schrecklich an, wenn sie negativ behaftet sind, schließlich hat man, wenn man durch das Tal der Depressionen wandert, schon genug Probleme und man kann sich einfach keine neuen leisten. Also lässt man das Problem liegen, sitzt also barfuß zu Hause, bleibt somit zu Hause und die depressive Lethargie nimmt ihren zerstörerischen Lauf.

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An dem extremen Beispiel der Depression kann man verdeutlichen wie Gefühle maßgeblich unser Verhalten beeinflussen. Einer besonders glücklichen Person fällt es leicht Entscheidungen zu treffen, einer traurigen Person schon schwerer und einer depressiven Person scheint das unmöglich zu sein.

Was kann man also gegen Entscheidungsunwillen tun, wenn man das Gefühl hat, es sei das Resultat einer Depression? Was auf jeden Fall falsch ist, sich in diesem Zustand aus einer entscheidungslastigen Situation endgültig zurückzuziehen. „Ich ertrage all diese Entscheidungen nicht länger innerhalb der Beziehung“ oder „Immer im Hamsterrad der kleinen Entscheidungen strampeln, nur um den Chef zufrieden zu stimmen – ich muss da raus!“

Und schon ist zu Hause bleiben angesagt – barfuß und ohne Plan, schließlich wäre der Plan auch schon eine Form der Überforderung. Also überlegen Sie sich gut, wenn es um einen Ausstieg geht – „bin ich es oder ist es eine gefühlstechnische Anomalie, die da aus mir spricht?“

Wichtig ist auch zwischen wichtigen und weniger wichtigen Entscheidungen zu unterscheiden. Unwichtige Entscheidungen kann man am besten über ein vorher festgelegtes Schema durchführen, um energiefressendes Gegrübel zu ersparen, zB entscheide ich mich immer für das billigste Produkt…

Es ist auf jeden Fall wichtig sich schnell zu entscheiden, um dann danach zu handeln, damit sich keine Lethargie einschleicht. Bei schlimmeren Fällen sollte man sich einem Therapeuten widmen, um gemeinsam wieder Licht in’s Dunkle zu bringen.

 

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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  1. […] es allerdings zum Moment des Entscheidens, werden wieder von den negativen Emotionen überwältigt und ziehen uns wieder zurück.So kreieren wir eine Situation der permanenten […]