Alter entscheidet nicht.

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Einem alten Hund kannst du keine neuen Tricks beibringen. Dieses alte Sprichwort hat schon so manch jemanden zögern lassen, sich auf neue und manchmal auch nötige Schritte im Leben einzulassen. Wird es Zeit diese vermeintliche Weisheit über Bord zu werfen?

Fakt ist, dass sich die meisten neuronalen Bahnen während unserer Kindheitsentwicklung bilden. Während dieser Phase wird in der Regel bestimmt wer wir sind und wo unsere Talente liegen. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. Schließlich wissen wir aus der modernen Gehirnforschung, dass unser Gehirn bis ins höhere Alter eine gewisse Flexibilität beibehält. Neurowissenschaftler nennen das Phänomen, dass sich Gehirnzellen je nach Gebrauch in ihren neuronalen Verbindungen verfestigen oder neue Bahnen schaffen, neuronale Plastizität. Je mehr wir uns geistig mit einer bestimmten Sache auseinandersetzen, desto besser wird sich unser Gehirn auf diese Sache ausrichten. Dieses Prinzip haben wir alle verinnerlicht, indem wir „Übung macht den Meister“ einen gewissen Wahrheitsgehalt einräumen. Das besondere ist, dass dieses Phänomen nicht nur bei jungen Menschen zu finden ist, sondern bei allen, die ein funktionstüchtiges Gehirn ihr Eigen nennen. Doch was viele von uns dabei weniger berücksichtigen ist, dass sich bei Übungen nicht nur unsere Fertigkeiten verändern, sondern auch unser Gehirn, also die Region im Körper, die dafür verantwortlich ist wer wir sind. Wenn wir uns dafür entscheiden gut in Mathe zu werden, dann toben wir uns an binomischen Formeln aus und unser Gehirn wird es uns allmählich mit einem zunehmend Mathe-freundlicherem Gehirn danken. Wir können uns auch dafür entscheiden glücklicher zu sein und unser Gehirn wird auch allmählich darauf reagieren. Und dies können wir eben auch im höheren Alter. Um zu vermeiden neue Dinge auszuprobieren, können wir uns vieler Ausreden bedienen, aber in der Regel sollte unser Alter nicht ein Argument sein.

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Diese Erkenntnis verfestigt sich glücklicherweise zunehmend in der Bevölkerung und Alter wird immer weniger als Barriere betrachtet. Schließlich sind wir von Menschen umgeben, die entweder im vorangeschrittenen Alter nochmal ihre Karriere aufblühen lassen, einen neuen Karriereschritt wagen oder eine völlig neue Karriere beginnen.

Wenn wir beispielsweise nach Amerika rüber blicken und uns den Kampf um das Amt der mächtigsten Person anschauen, dann sehen wir, dass Alter die Kandidaten jedenfalls nicht davon abhält, einen neuen Schritt im Leben einzugehen. Schauen wir uns diejenigen an, die sich zu den Favoriten in den Vorwahlen gemausert haben und wir stellen fest, dass Donald Trump 69 Jahre alt ist, Hillary Clinton ist 68 und derjenige, der gerade bei jungen Wählern punktet, ist der 74 Jährige Bernie Sanders. Inzwischen ist uns der Gedanke einfach nicht mehr fremd, dass wir mit 70 noch etwas reißen können, schließlich scheinen die Rolling Stones auch nicht müde zu werden. Wenn sie genießen was sie machen, warum sollten sie dann auch aufhören? Wäre es nicht eine selbsterfüllende Prophezeiung, wenn wir uns mit dem Verweis auf unser Alter aus dem Leben zurückziehen und dann feststellen, dass mit vorangeschrittenem Alter ein Rückzugsprozess einhergeht?

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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