Nur die Fakten: Die Urlaubsreise

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Wollen wir Entscheidungen besonders seriös wirken lassen, versuchen wir uns besonders nüchtern an den Fakten zu orientieren. Doch es gibt Entscheidungen, die wir fast ausschließlich auf emotionaler Ebene fällen müssen, um zu einem Entschluss zu kommen.
Ein Beispiel: Urlaubsreisen!

Wenn wir uns überlegen, was wir für Anstrengungen unternehmen, um eine Urlaubsreise durchzuziehen, dann sieht die reine Faktenlage nicht unbedingt überzeugend aus. Wir investieren Geld, Mühe und Zeit einfach nur, um den Standort zu wechseln, ohne, dass wir wirklich etwas erreicht haben. Nicht nur, dass wir zu Hause in der Regel weiterhin Miete zahlen, jetzt müssen wir noch obendrein wo anders Geld für unsere Unterkunft ausgeben. Zu Hause haben wir unter Umständen auch Sonne, aber wir müssen in einem Stahlvogel etliche Kilometer zurücklegen, um ein etwas anderes Sonnengefühl zu erleben und vielleicht gibt es ja noch einen Sandstrand.
Jetzt könnten wir, wenn wir praktisch getrieben sind, uns dazu bewegen, einen Eimer Sand unter unseren Füßen auszuschütten und uns mit einer Wärmelampe das entsprechende Klima kreieren.

Würden wir nicht Geld und Zeit im immensen Ausmaß einsparen?

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Aber unser Gefühl sagt uns, dass dies lediglich eine Simulation wäre und wahrscheinlich noch nicht einmal eine sonderlich gelungene. Wir wollen wahre Erfahrungen sammeln. Und dieser Drang ist rein emotionaler Natur, genauso wie der allgemeine Hunger nach einem Tapetenwechsel.
Auf authentische Erfahrungen und Tapetenwechsel müssen wir eben Lust haben.
Wollen wir unserem Gegenüber rein faktenbasiert von einer Urlaubsreise überzeugen, würde er uns wahrscheinlich fragen: „Was passiert denn, wenn ich zu keiner Urlaubsreise antrete?“ Nun, es bleibt eben alles wie es ist. Im Grunde verzichten wir auf ein geleertes Konto, auf etwas Urlaubsbräune und wir bleiben in den sicheren vier Wänden. Schließlich können Urlaubsorte auch diverse Risiken bergen – giftige Tiere an exotischen Orten, wilder Verkehr, je nach Ort steigt das Risiko Opfer von Terrorismus zu werden. Statistisch gesehen, ist, Opfer eines Anschlages zu werden, meist doch gering, doch wenn wir beispielsweise im Allgäu leben, dann ist so ein Risiko gleich null und wir können uns angesichts der gewohnten Risiken wie Autoverkehr entspannen.

Aber all diese Argumentation nutzt eben nichts, wenn das Herz einen in die Ferne zieht.

Alexander Knaack
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Alexander Knaack ist für die Medienagentur Peter Nickel im Bereich Online-Marketing tätig. Weiterhin bringt er sich redaktionell in Form von aktuellen Beiträgen im Blog TippsTrendsNews ein.