Nur Fakten: Der Kinderwunsch

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Treffen wir Entscheidungen beziehen wir uns in der Regel auf Fakten und Gefühle. Sind Gefühle bei einer Entscheidung ausschlaggebend, dann bezeichnen wir sie im Allgemeinen als Bauchentscheidung. Manche stehen allerdings der sogenannten Bauchentscheidung kritisch gegenüber. Was kann schließlich der Bauch schon wissen, um seine Entscheidungsbeteiligung zu rechtfertigen?

Doch es gibt genügend Entscheidungen, die wir ohne Rücksprache mit unseren Emotionen nur schwer treffen können. Wie sieht es beispielsweise aus, wenn wir nur Fakten berücksichtigen und basierend auf denen entscheiden wollen, ob Kinder eine Bereicherung unseres Lebens darstellen?

Also zunächst müssen wir bei der Faktenanalyse anerkennen, dass wir Entscheidungen treffen, um einen Vorteil und somit um eine Verbesserung unserer Lebenssituation zu erlangen. Natürlich reagieren wir im gewissen Sinne emotional auf eine Verbesserung in Form von einem Wohlgefühl. Diese Emotion akzeptieren wir, aber Emotionen, die nicht von rationalen Argumenten begleitet werden, lassen wir außen vor. Also lasst uns entscheiden, ob es nun clever ist Kinder zu bekommen.

Laut Verbraucherzentrale in Bayern kosten Kinder im Schnitt bis zum ihrem Abschluss rund 230 000 Euro. Hinzu kommt noch der durchschnittliche Verdienstausfall in Höhe von 130 000 Euro. Rein kostentechnisch ist das Kindergebären also mehr als nur ein Risikogeschäft, es ist eine mittelschwere Finanzkatastrophe.  Es sein denn, wir sind davon überzeugt, dass unser Kind mal ganz groß rauskommt und uns somit natürlich später finanziell unter die Arme greift. Obwohl die meisten Eltern davon überzeugt sind, dass ihr Kind etwas ganz besonderes ist, brauchen wir jetzt keine Statistiken zu bemühen, um zu sehen, dass die meisten Kinder leider nicht ganz groß rauskommen.

Nun kosten nicht nur Kinder Geld, sondern auch Zeit, was uns wiederum Energie kostet. Zu Anfang können wir nachts durchschlafen gleich mal als Luxus aus der Vergangenheit verbuchen. Auch später wird Spontanität an Wochenenden durch kindliche Förderungsprogramme, sei es durch eigenes Entertainment oder in Form von Vereinen, ersetzt. Nun müssen wir also die Kinder bespaßen oder dort hinfahren, wo sie von anderen bespaßt, beziehungsweise gefördert werden.

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Wir haben also weniger Geld und weniger Zeit für uns selbst. Bis jetzt klingt das Unterfangen Kinder zu bekommen also nicht nach einer lebensverbessernden Maßnahme.

Sollte uns einfach das nüchterne Wissen motivieren, dass wir unsere Gene weitergeben? Schließlich ist die Triebfeder unseres Seins das Weitergeben von Genen und daher könnten wir zur Ansicht kommen, dass dies einfach ein Naturgesetz ist, welches es zu respektieren gilt. Stellen wir uns doch einfach vor, dass der Fackellauf des Lebens seit den primitiven Cyanobakterien vor rund 3,5 Milliarden Jahren ununterbrochen bis zu unserer Existenz ging und nun bei uns einfach abrupt endet. Tragisch, – aber Tragik ist auch eine Emotion, die wir als irrational bezeichnen könnten.

Will allerdings niemand gegen das alte Naturgesetz der genetischen Weitergabe rebellieren, dann ist Überbevölkerung die natürliche Konsequenz! Und wo ist ohnehin der direkte Nutzen für unseren Alltag?

Nun angesichts einer direkten Kosten- Nutzenanalyse, sprich wir berücksichtigen die harten Fakten bezüglich Geld und Zeit müssten wir doch zum Entschluss kommen, dass von Kindern eher abzuraten ist.

Aber wenn wir uns einmal verliebt haben und unserem Partner verträumt in die Augen schauen und uns vorstellen, dass wir durch Kombination unserer Erbanlagen ein neues kleines pausbäckiges Wesen erschaffen, dann sind auf einmal all diese harten Fakten weit weg…

Alexander Knaack
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Alexander Knaack ist für die Medienagentur Peter Nickel im Bereich Online-Marketing tätig. Weiterhin bringt er sich redaktionell in Form von aktuellen Beiträgen im Blog TippsTrendsNews ein.