Akzeptieren wir unsere Gedanken als Teil der physischen Welt

with Keine Kommentare

Unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Entscheidungen betrachten wir häufig als Konstrukte unseres Kopfes, welche wir mit der für uns physisch wahrnehmbaren Welt kontrastieren. Wir betrachten die Welt also häufig so: Was wir anfassen können ist real und unsere Gedanken sind eben einfach nur Gedanken. Sie gelten als mysteriös und nicht ganz greifbar. Irgendwie nah, aber doch oft nebulös und nicht Teil der materiellen Welt.

Interessanterweise müssen wir aber anerkennen, dass die einzige Sache, von dessen Existenz wir wohl am ehesten überzeugt sein können, unser inneres geistiges Leben ist – unsere Gedanken, Gefühle, unser Bewusstsein.  Wie der Philosoph Bertrand Russell in seinem Aufsatz „Mind & Matter“ bemerkte, ist, dass wir im Grunde nichts über die Natur von physischen Ereignissen wissen, außer wenn wir sie als geistige Ereignisse erleben. Wir meinen zu wissen, wie Knoblauch riecht, weil wir in unserem Bewusstsein diese Erfahrung verarbeiten. Unser Bewusstsein ist ein Speicher, der erst den Bezug zur physischen Welt erstellt und laut Russell ist das Bewusstsein selbst Teil der physischen Welt. Das Realste, was wir im Grunde erleben ist unsere Wahrnehmung und was wir im Rahmen unseres Bewusstseins daraus machen.

Daher sollten wir unsere Gedanken und Gefühle ein Stück weit ernst nehmen. Treffen wir eine Entscheidung und aus den tiefen unseres Gehirns regt sich in Form eines bitteren Gefühls Widerstand, dann ist das genauso real und auch zu berücksichtigen wie Dinge, die wir in der realen Welt als harte Fakten betrachten, also Zahlen, Statistiken, Gesetzmäßigkeiten u.sw.

woman-1148923_1280

Wir sollten nicht grundsätzlich die eine Erfahrungsebene über die andere stellen, sondern abhängig vom Entscheidungsprozess uns überlegen, wie wir Dinge gewichten.

Sind wir nun der hoffnungslose Grübler, der Entscheidungen erst durch eine schier unendliche Zahl an potentiellen Konsequenzen durch dekliniert, dann müssen wir natürlich einfach mal den Notanker werfen und die sprudelenden Gedanken zum Versiegen bringen. Nachdem wir also ein gedanklichen Cut vollzogen haben, ziehen wir die bestehenden Fakten zu Rande, treffen die zu diesem Zeitpunkt am besten erscheinende Entscheidung und vergessen sobald wir entschieden haben die Alternativen, damit wir uns im Nachhinein nicht länger mit „was wäre wenn“ verrückt machen. Sagen uns die Fakten nichts, dann nutzt es auch mal einfach seine Intuition, sprich sein Bauchgefühl zu Rate zu ziehen.

Fakten und Intuition sind beides Teil unserer Realität. Lassen wir uns also auf diese ein und lernen das Beste aus beiden rauszuholen.

Peter Nickel
Verfolgen Peter Nickel:

Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
Letzte Einträge von