Der Brexit – eine große Entscheidung

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Einer der Hauptkritikpunkte, die Leute vorbringen, wenn sie über Politik befragt werden, ist, dass sie einfach kein Mitspracherecht haben. „Die da oben machen sowieso, was sie wollen … wir haben nichts zu entscheiden …“ heißt es dann schnell seitens frustrierter Bürger, die sich nicht länger ernst genommen fühlen. Doch die britischen Bürger stehen nun vor einer epochalen Entscheidung, dessen Ausgang ihr Leben, maßgeblich beeinflussen dürfte. Doch nicht nur ihr Leben wird durch diese Entscheidung beeinflusst, sondern auch der Rest Europas wird die Auswirkungen zu spüren bekommen. Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob Großbritannien in der EU bleibt. Wie würden Sie entscheiden?

Der britische Premierminister David Cameron geriet durch die EU-Kritiker immer stärker in Bedrängnis. Gerade das Aufkommen der UKIP-Partei, für die EU-Bashing Parteiprogramm ist, schien auf die Umfragewerte der Konservativen und deren Parteivorsitzenden Cameron zu drücken. Der allgemeine Vorwurf lautete, dass die EU zu viel zu sagen hätte, während Großbritannien und somit deren Bürger nicht besonders viel zu entscheiden hätten. Schließlich hätten die Bürger für ihren Premierminister gestimmt, aber wer hat denn bitte den Präsident des Europäischen Rates gewählt oder gar von seinem Namen gehört? Wenn also die Bevölkerung meinte nichts zu entscheiden zu haben, dachte sich wohl Premierminister Cameron „lasse ich sie mal darüber entscheiden, ob sie gegenwärtig zu wenig zu entscheiden haben.“ Und veranlasste, dass die Briten per Referendum abstimmen dürfen, ob sie in der EU bleiben wollen.

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Sein Kalkül ist, dass sich damit die Frage, ob die EU nun ein undemokratisches Gebilde ist, geklärt hat und er sich nicht länger von den EU-Gegnern treiben lassen muss. Natürlich stimmen laut Plan die guten Bürger Großbritanniens für den Verbleib in der EU, schließlich geht es hier um den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt. Ein Wirtschaftlich verheerendes Szenario würde dieser Zugang wegbrechen! Doch, oh Schreck, die Umfragewerte sehen Gegner und Befürworter des sogenannten Brexits gleich auf. Cameron zieht derweil Land hoch, Land runter, um die Menschen davon zu überzeugen, dass es eine wirtschaftlich mittelgroße Katastrophe wäre, würde Großbritannien austreten. Nun fragen sich natürlich einige Wähler, weshalb er die Bürger darüber entscheiden lässt, ob das Land einen katastrophalen Weg beschreiten soll. Ist nicht Camerons Aufgabe Schaden vom Volk abzuwenden? Übertreibt er also nicht eventuell ein wenig, was die Auswirkung auf die Wirtschaft anbelangt? Nun hat sich zu Camerons Verdruss auch noch der liebenswert exzentrische Exbürgermeister von London, Boris Johnson an die Spitze der Brexit-Bewegung geschwungen, der beim Volk recht populär ist.

Am Donnerstag, den 22.06.2016 entscheiden sich also die Bürger wohin es mit der Insel geht. Dabei geht es um Wirtschaft, Einwanderung und um viel Emotion. Beide Seiten werfen der jeweiligen Gegenseite vor mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Denjenigen, die für den Brexit werben, wird vorgeworfen, dass die ganze Kampagne auf Ängsten vor Masseneinwanderung beruht, während denjenigen, die sich für einen Verbleib in der EU einsetzen, vorgeworfen wird, dass sie mit der Panik vor wirtschaftlichem Verfall der stolzen Insel arbeiten.

Die Frage nach dem Brexit ist eine wichtige Entscheidung, die den Briten auf jeden Fall ein Gefühl der Entscheidungskraft verleiht.

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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