Stark in der Gemeinschaft

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Gemeinsam sind wir stark. Das ist eine allgemein bekannte Philosophie, doch damit diese Philosophie auch ihre Gültigkeit hat, müssen wir uns mit den richtigen Menschen umgeben. Wann entscheiden wir uns also am besten für eine Gemeinschaft?

Die Frage nach der richtigen Gemeinschaft ist eine uralte Frage, mit der sich Menschen seit eh und je befasst haben. Schließlich sind wir Menschen als soziale Tiere, so programmiert, dass wir nach Gemeinschaft dürsten, aber wir haben, um persönlichen Schaden abzuwenden, auch die Fähigkeit zwischen guten und schlechten Gemeinschaften zu unterscheiden. Bei manchen sind diese Fähigkeiten besser als bei anderen ausgeprägt und ohnehin ist so eine Bewertung eine äußerst subjektive Maßnahme und schon fängt der Konflikt an.

Kleinere Gemeinschaften sind überschaubarer und so sollte uns da die Entscheidung leichter fallen, doch das Problem ist, dass wir da oft emotional besonders gefangen sind. Wir alle kennen das Szenario, wenn jemand zum Beispiel das tägliche Familienszenario als lähmend empfindet und somit aussteigen möchte. Andere Familienmitglieder mögen das vielleicht nicht so sehen und werden durch die Trennung eines Mitglieds mit emotionalem Schmerz gestraft. Um dem Schmerz zu entgehen, werden sie alles daran setzen das Mitglied am Gehen zu hindern und schon haben wir einen ausgewachsenen Konflikt.

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Doch nach welchen Kriterien bewerten wir eine Gemeinschaft? Wir wollen uns in einer Gemeinschaft wohl fühlen. Ist das Wohlgefühl gewährleistet, sind wir auch bereit etwas in die Gemeinschaft zu investieren, um langfristig Teil der Gemeinschaft zu bleiben. Momentmal, wieso investieren? Ganz einfach, weil die meisten sozialen Gemeinschaften und erst recht menschliche Gemeinschaften auf dem Prinzip der Reziprozität beruhen. Das heißt sie legen Wert auf Gegenseitigkeit. Dieses Prinzip ist in uns fest verankert, so dass Gemeinschaften nicht von egoistischen Individuen ausgenutzt werden. Das ist auch ein gern genannter Grund, weshalb es in einer Beziehung nicht mehr so recht klappen will – eine Seite fühlt sich von der anderen Seite ausgenutzt. Auch in großen komplexen Beziehungen überprüfen wir die Sinnigkeit des jeweiligen Verbundes auf dem Prinzip der Reziprozität.

Zum Beispiel fragen sich viele gerade in den heutigen Tagen, wie viel Sinn es ergibt Teil er EU zu sein. Ein bisschen mehr als 50 % der britischen Bürger sind zum Beispiel zum Entschluss gekommen, dass sie jährlich Geld einzahlen und dafür im Gegenzug Fremdbestimmung erhalten. Nun haben viele Ökonomen versucht die britischen Bürger davon zu überzeugen, dass uneingeschränkter Zugang zum europäischen Markt keine Kleinigkeit ist. Darüber hinaus gibt es in der EU Reisefreizügigkeit und die Herausforderungen von heute, sei es Terrorismus oder Klimawandel lassen sich auch nur in einer starken Gruppe lösen.

Ob in einer kleinen Beziehung oder in einem Staatenbund – keiner will sich ausgenutzt fühlen, wobei wir aber in beiden Fällen manchmal etwas genauer schauen sollten, schließlich verbuchen wir nun mal leider zu oft positive Dinge als Selbstverständlichkeit und Selbstverständlichkeiten werden dummerweise ganz schnell unsichtbar – bis es zu spät ist…

 

Alexander Knaack
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Alexander Knaack ist für die Medienagentur Peter Nickel im Bereich Online-Marketing tätig. Weiterhin bringt er sich redaktionell in Form von aktuellen Beiträgen im Blog TippsTrendsNews ein.