Gefühllose Entscheidungen

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Entscheidungen fallen uns teilweise schwer, da sie mit einer Ladung Emotionen geliefert werden. Wir wollen eine Beziehung beenden, aber der Partner tut uns einfach so schrecklich Leid und schon gibt es Probleme die Entscheidung umzusetzen, manchmal zu dem Grad, dass wir die Entscheidung selber in Frage stellen und schon stehen wir auf weichen Knien unentschieden im Leben. Wie nimmt die Entscheidungskraft also bei  einem weniger emotionalen Zugang zum Leben zu?

Der britische Psychologe Kevin Dutton hat sich mit dem Phänomen des emotionalen Feedbacks bei Entscheidungsprozessen auseinandergesetzt. Dabei haben gerade die extremeren Fälle sein Interesse geweckt. So erklärt er, dass Menschen, die besonders gefühllos Entscheidungen treffen können, unter Umständen eine neuronale Verbindungsstörung haben. Bei diesen Leuten ist der präfrontale Cortex, also die Hirnregion, bei der Gedächtnisinhalte bewertet werden, von der Amygdala, die zu einem großen Teil für die Generierung von Angst und verwandten negativen Gefühlen mitbeteiligt ist, getrennt. Das bedeutet sie treffen eine Entscheidung, aber das schlechte Gefühl bleibt aus. Solch eine Person will mit dem Partner Schluss machen und keine störenden Gefühle interferieren. Die vernichtenden Worte können einfach ausgesprochen werden und ganz gleich wie sehr sich die andere Person nun windet, weint und auf gute gemeinsame Zeiten verweist, die Entscheidung wird durchgezogen.

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Das Problem ist nun, dass uns solche negativen Gefühle in einem moralischen Rahmen halten. Vielen von uns sind schon gelegentlich Gedanken durch den Kopf geschossen, die eine Verbesserung für uns auf Kosten eines anderen mit sich bringen würden. Sollen wir uns das letzte Stück Kuchen vom Kollegen nehmen, wenn keiner schaut, da unser Magen doch so knurrt? Oder sollen wir uns einfach mal etwas abreagieren, wenn uns jemand besonders aufregt? Wir würden uns doch so viel besser fühlen, wenn wir dieser Nervensäge eine donnern. Wenn wir allerdings die Situation in unserem Kopf durchspielen, versetzen wir uns automatisch in die Rolle des anderen und uns überkommt ein schlechtes Gewissen. Der Kollege wird doch so enttäuscht sein, wenn er gar keinen Kuchen bekommt oder ich würde es ja auch nicht mögen, wenn ich eine gedonnert bekäme. Eine Person, der das emotionale Feedback bei solchen Entscheidungen fehlt, schießt das schützende schlechte Gewissen nicht in den Kopf und er zieht seine Entscheidung rücksichtslos durch. Wie handelt so eine Person, wenn sie Verantwortung über andere übernimmt? Die Antwort gruselt uns.

Solche Menschen können äußerst destruktiv in unserer Gesellschaft wüten und Dr. Dutton ordnet sie im Allgemeinen in die Kategorie der Psychopathen ein.

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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