Untersuchungsbericht zum Irakkrieg: Schlechte Entscheidung?

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Das Schwierige an Entscheidungen ist, dass sie Konsequenzen mit sich ziehen. Je größer die Konsequenz, als desto größer gilt die Entscheidung. Doch kaum eine Entscheidung ist gewaltiger in ihrem Ausmaß als die über Krieg und Frieden. Deshalb wird auch heute nach 13 Jahren noch der Einmarsch in den Irak diskutiert, Grund hierfür ist die Veröffentlichung eines britischen Untersuchungsberichtes.

Nach sieben Jahren der Recherche kam eine britische Regierungskommission, die die Rolle Großbritanniens im Irakkrieg bewerten sollte, zum Entschluss, dass der Krieg voreilig war und somit friedliche Alternativen nicht ausreichend ausgeschöpft wurden. So gerät Tony Blair, der damals als Premierminister seinem Kollegen George W Bush in den Irak folgte, stark unter Beschuss. Gerne wird in diesem Zusammenhang  Blairs Versprechen auf Gefolgschaft zitiert: “Ich stehe an deiner Seite, was auch immer geschieht.” Haben an dieser Stelle allzu menschliche Gefühle die rationale Entscheidungsfindung vernebelt?

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So wurde jedenfalls Blair in der Vergangenheit häufig von seinen Kritikern karikiert: Als Bushs Schoßhund, der seinem Herrchen treu überall hin folgt. Jedenfalls wirft der Chilcot-Bericht der Blair-Regierung vor, dass sie ohne ein wohldurchdachtes Ziel gefolgt sei. Denn, um in der Metapher zu bleiben, hatte weder Herrchen noch Hund einen Plan für den Tag nach der Entmachtung Saddam Husseins. Das Ziel die Welt von Saddam Hussein zu befreien, sei somit ein nur vages Ziel gewesen und die daraus resultierenden Konsequenzen seien trotz Warnungen unterschätzt worden. Bush und Blair sehen es auch heute noch anders als es im Chilcot-Bericht dargestellt wird. Denn wie ein Sprecher des amerikanischen Ex-Präsidenten verkündete, wäre Mr. Bush nach wie vor davon überzeugt, dass die Welt ohne Saddam besser dran sei. Auch Blair hält die Invasion nach wie vor für richtig.

Da die Folgen eines geopolitischen Eingreifens solch einer Größe bis heute und auch noch lange in die Zukunft zu spüren sein werden, wird dies auch mit Sicherheit nicht die letzte Bewertung des Irakkrieges bleiben.

 

Alexander Knaack
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Alexander Knaack ist für die Medienagentur Peter Nickel im Bereich Online-Marketing tätig. Weiterhin bringt er sich redaktionell in Form von aktuellen Beiträgen im Blog TippsTrendsNews ein.