Entscheidungen von Verliebten

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Es gibt verschiedene Methoden wie wir Entscheidungen treffen. Manche wollen Entscheidungen mit all ihren Konsequenzen durchdenken, während andere Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen. Doch bei all den verschiedenen Ansätzen, ist das einigende Element, dass wir langfristig mit unseren Entscheidungen zufrieden sein wollen. Sollten wir also versuchen in einem Zustand Entscheidungen zu treffen, welcher am ehesten unserem Grundgemüt nahe kommt? Wie sieht aus, wenn wir verliebt sind?

Die meisten von uns sind sich einig, dass wir im betrunkenen Zustand keine wichtigen Entscheidungen treffen sollten. Auch während eines Wutanfalles sollten wir Entscheidungen eher ruhen lassen. Lieber noch mal eine Nacht drüber schlafen und wenn wir uns abgekühlt haben, sieht die Welt bestimmt schon wieder anders aus. Nun ist das Verliebtsein, doch auch eine neuronale Ausnahmesituation. Jeder der verliebt war, wird bestätigen können, dass wir während dieses Rauschzustandes die Welt anders wahrnehmen als sonst. Schließlich fand die Anthropologin Doktor Helen Fischer heraus, dass bei Verliebten die Dopaminproduktion im Gehirn gesteigert wird. Bei Dopamin handelt es sich um eine Art körpereigene Belohnungsdroge, die uns eine vorfreudige Motivation beschert. Wie berauscht Streben wir dann nach unseren Glücksmomenten. Ein Gefühl, welches dem ähnelt, dass beim Drogenkonsum oder bei einem Glücksspielsüchtigen vorherrscht. Entdeckt wurde dieses Phänomen dank moderner Magnetresonanztomographie. Als Verliebte in diesen Röhren lagen und mit Bildern ihrer Angebeteten konfrontiert wurden, sprudelte die Hormonproduktion. Dieses Sprudeln erklärt auch, warum sich einige von uns auch unter Umständen wie besessen verhalten, wenn sie verliebt sind – es werden zu viele  Textnachrichten verschickt, es wird mit einer sonst nicht dagewesenen Ausdauer telefoniert und jede Trennung schmerzt – ganz so wie bei einem Süchtigen sind wir dann auf Entzug. Werden wir während des Liebestaumels überraschend verlassen, dann stehen wir vor dem Problem, wo wir denn nun unsere tägliche Ladung Dopamin herbekommen sollen und wir verzweifeln regelrecht.

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Ist also solch ein Zustand akzeptabel, um Entscheidungen zu treffen? Im riesigen Taumel der Gefühle kann die eine oder andere Entscheidung übereilt sein und wenn die Liebe dann langsam versiegt und wir dann irgendwann nüchtern erkennen mit wem wir uns in einem gemeinsamen Haus niedergelassen haben, kann es unter Umständen zu spät sein. Daher sollten wir bei großen Entscheidungen auch kurz versuchen aus unserer eigenen Haut zu schlüpfen, um unsere Situation nüchterner zu bewerten. Können wir dies nicht, sollten wir über manche Entscheidungen noch eins zweimal schlafen. Doch Dopamin ist auch kein schlechtes Hormon, schließlich motiviert es uns voller Enthusiasmus neue Dinge zu erfahren. So kann einem ein euphorisches Gribbeln im Bauch auch den nötigen Mut geben, um neue Schritte im Leben zu gehen. Schließlich wollen wir uns auch weiterentwickeln.

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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