Entscheiderinterview mit Veit Lindau

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Veit Lindau ist ein erfolgreicher Teacher, Speaker und Autor. Zu seinen Werken zählen Bücher wie „Liebe Radikal “. 2015 entwickelte er mit seiner Frau die Human Trust AG, außerdem ist er Gründer der „ichliebedich“-Stiftung.

 

Peter Nickel: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Was sagen Sie generell zu dem Thema Entscheidungen?

Veit Lindau: Ich unterscheide ganz bewusst zwischen Entscheidung und Wahl. Entscheidung ist für mich immer, wenn ich zwischen Optionen wähle, die ich kenne, z.B. zwischen rechts und links. Wahl ist für mich die spannendere Variante, da es etwas ist, was ich noch nicht kenne.

Wenn ich beispielsweise einen Job suche, dann entscheide ich mich zwischen den Jobangeboten, die da sind, auch wenn das ideale Angebot nicht dabei ist. Wahl wäre im Gegensatz dazu: Ich definiere genau, was ich eigentlich will und dann setze ich dieses Ziel um.

Peter Nickel: Was bedeutet es schlussendlich, wenn Ihr idealer Job nicht dabei ist?

Veit Lindau: Als erstes geht es darum, dass ich mich nicht mit einem Kompromiss zufrieden gebe. Das heißt eine Entscheidung hält mich auf der horizontalen Entwicklungsebene, auf der ich mich gerade befinde. Auf das Finanzielle übertragen, wäre es: „Was kann ich mir gerade leisten?“ Im Gegensatz dazu definiere ich bei einer Wahl etwas, was außerhalb meiner gegenwärtigen Reichweite liegt und setze es mir als Ziel, dann setze ich alle Kräfte in Bewegung, um dort hinzukommen. Das wiederum erzeugt eine vertikale Bewegung auf eine andere Ebene. Eine Wahl katapultiert mich aus dem Bekannten in einen neuen Raum.

In meiner Arbeit geht es darum, dass die Leute, die zu mir kommen, oft an der Grenze von dem bleiben, was sie kennen. Die haben einen  Traum, bleiben allerdings an der Idee hängen, da sie nicht wissen, wie sie an ihr Ziel kommen. Und eine Wahl wäre es zu sagen, dass es erst mal egal ist, wie man hinkommt, aber ich wähle eine neue Realität und setze dann die Kräfte in Gang.

Veit Lindau, Autor, Coach, Businesspunk, Realizer, Freigeist

 

Peter Nickel: Wenn ich ein Haus bauen will, dann entscheide ich mich doch für dieses Ziel, auch wenn ich gegenwärtig nicht die Möglichkeit, also das Geld habe?

Veit Lindau: Mir geht es bei der Begriffsunterscheidung darum, Menschen dazu zu sensibilisieren, dass man jedes Problem mit zwei unterschiedlichen Denkweisen begegnen kann. Die eine Denkweise ist: „Ich nehme eine der Optionen.“ Während die andere ist, dass man in sich hinein lauscht und ermittelt, was die beste Wahl ist. So entsteht Innovation.

Peter Nickel: Es geht also um die Bedingung der Möglichkeiten. Meine These dazu ist: Im Prinzip ist alles möglich, dem der glaubt und der sich in Bewegung setzt.

Veit Lindau: Genau, deshalb frage ich nicht, was es schon gibt, sondern ich frage danach, was ich will.

Peter Nickel: Gibt es denn eine Entscheidung in Ihrem Leben, die für Sie richtungsweisend war?

Veit Lindau: Die wirklich wegweisenden Entscheidungen habe nicht ich gefällt, sondern sind in mir gefällt worden. Egal, was mein rationaler Verstand gesagt hat, etwas in mir hat diesen Weg gewählt. Beispielsweise, dass ich meine Frau geheiratet habe, war nicht rational. Früher fand ich Heirat noch antiquiert, aber eines Morgens saß ich in der Meditation und mir war total klar, dass ich diese Frau heiraten werde. Punkt. Oder es gab einen Moment in dem mir durch eine Frage bewusst wurde, dass mir eine Sache wichtiger ist als alles andere.

Peter Nickel: Darf ich fragen, was diese Sache ist?

Veit Lindau: Ja, die Liebe.

Peter Nickel: Das gefällt mir sehr gut. Denn nur die Liebe setzt in Bewegung und zwar ein Leben lang. Deswegen treffen wir auch wichtige Entscheidungen im Herzen. 

Jetzt wird es spannend Herr Lindau, haben Sie einen persönlichen Entscheidertipp für unsere Leser?

Veit Lindau: Ich halte es heutzutage für überlebenswichtig in seinem Leben Stillpoints einzubauen. Also möglichst täglich 15 Minuten ohne Input auszukommen. Wir sind so extern orientiert, dass wir keine großen Entscheidungen treffen können. In der Stille kommt eine tiefere Ebene zu Tage und dort entstehen nachhaltige Entscheidungen mit einer ganz besonderen Klarheit und die sind oft nicht durch Logik geprägt. Mir macht es Sorgen, dass unsere Gesellschaft den Menschen nicht die nötige Ruhe lässt. Ich glaube es ist wichtig, sich diesen Freiraum zu erkämpfen.

Peter Nickel: Vielen Dank für das Interview.

 

 

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

Peter Nickel
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