Merkels Entscheidung für eine erneute Kandidatur

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Große Entscheidungen brauchen manchmal ihre Zeit, um gefällt zu werden. So erging es wohl Merkel nachdem sie die Öffentlichkeit bezüglich einer erneuten Kanzlerkandidatur lange Zeit auf die Folter spannte.

Viele Kommentatoren und politische Beobachter beurteilen Merkels Ankündigung für weitere vier Jahre anzutreten als keine große Überraschung. Dennoch wird nun, nachdem es offiziell ist, viel über diese Entscheidung debattiert. Auch Frau Merkel selbst beteiligt sich daran und erklärte Ihre Entscheidung am Sonntagabend, den 20.11.2016 bei der Talksendung Anne Will. Hier verteidigte sie ihren Beschluss erneut zu kandidieren, damit, dass sie gerne ihre Hilfe anbieten wolle, um die Lebensrealität für Menschen in Deutschland zu verbessern. Daraufhin wollte Frau Will von der Kanzlerin wissen, ob sie denn nicht eher Teil des Problems sei als Teil der Lösung, schließlich sei unter Frau Merkel auch die AfD entstanden und  gewachsen. Frau Merkels Meinung dazu war, dass man solch eine Entscheidung nicht an einzelne Ereignisse knüpfen könne. Auch sei die Wahl von Donald Trump als singulärer Vorfall nicht entscheidend. Sie beschrieb ihren Entscheidungsprozess als langfristigen Vorgang, bei dem viele verschiedene Faktoren berücksichtigt wurden. Nun gibt es einige Stimmen, die Frau Merkel genau dieses Vorgehen bei Entscheidungsfindungsprozessen  vorwerfen. Sie sei zögerlich und intransparent. Doch gerade während Zeiten der Krise wurde das ruhige Abwägen als Zeichen der Sicherheit gewertet.

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Das ist auch der interessante Aspekt bei der Bewertung der politischen Führungsriege, da es nicht nur um die eigentlichen Entscheidungen geht, sondern oft um den Entscheidungsstil. Angela Merkel ist die Abwägende, die Zaudernde, während Gerhard Schröder als der Basta-Kanzler galt. Auch bei der US-Wahl wurde der Entscheidungsprozess der einzelnen Kandidaten thematisiert: So wurde befürchtete, dass Trump eher zu schnellen Affekt-Handlungen neige, da er sich auch so auf Twitter zu verhalten schien, während Hillary, ganz im Gegensatz zu ihrem Kontrahenten, berechnend erschien – bis zu dem Punkt, dass ihr viele Wähler laut Umfragen nicht trauten. Angela Merkel beweist jedenfalls, dass sie die Konsequenzen ihrer Entscheidungen durchaus ernst nimmt und räumt diesen den Platz ein, die sie ihrer nach Meinung brauchen. Das kann in dieser hektischen Welt durchaus ein Vorteil sein.

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

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