Trumps Entscheidung für die richtige Zielgruppe

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Nun ist das eingetreten, was viele politische Beobachter nicht für möglich hielten: Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Doch wie konnte dieser ungewöhnliche und so unterschätzte Kandidat so weit kommen?

Zunächst galt Donald Trump während der Vorwahlen der Republikaner als nicht ernstzunehmende Größe. Politische Analysten sprachen vom möglichen Showdown zwischen Jeb Bush und Hillary Clinton. Schließlich brachten sie sowohl die nötige politische Größe als auch die entsprechenden Verbindungen zu Spendern mit. Wie sah da ein Donald Trump neben diesen Angehörigen politischer Dynastien aus? Die Wahrheit ist: Gar nicht so schlecht. Schließlich wuchs in den letzten Jahren bei den Wählern zunehmender Verdruss über Washington und seinen Berufspolitikern. Wie ein Geschenk erschien da einigen Gefrusteten Donald Trump, der Politneuling! Diese Sehnsucht nach einem fundamentalen Wechsel in Washington erkannte Trump und entschied sich diese Rolle ganz und gar auszufüllen. Nun war er zwar, was seine Biographie betrifft ein Außenseiter in Washington, doch bezüglich seiner beruflichen Karriere, ist er ein Mitglied der Elite und hat so gar nichts mit dem einfachen Mann zu tun, der über die da oben flucht. Denn Trump wuchs schon wohlhabend auf und brauchte nur noch den Fußstapfen seines Vaters Frederick Trump Jr., einem erfolgreichen Bauunternehmer, zu folgen. Wenn Donald Trump also schon nicht eine Biographie mitbringt, mit der sich Wähler aus der Unter- bis Mittelschicht identifizieren können, dann kann er zumindest dessen Redegestus übernehmen. So feuerte Trump in kurzen einfachen Sätze Beleidigungen und schmissige Thesen um sich und schon fühlte es sich an, als ob der Mann des Volkes nach Washington zieht, um bei der Elite mal richtig aufzuräumen!

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Die Menschen liebten ihn, da er einer von ihnen war und wenn er mit seinem Reichtum prahlte, so sendete er die Botschaft aus, dass es „einer von uns ganz nach oben geschafft hat“! Quasi der amerikanische Traum. Mit jeder neuen Beleidigung wurde von politischen Analysten sein Untergang prophezeit, doch wie in einem Wrestling-Match bejubelten ihn stattdessen seine Fans. So fegte er seine Kontrahenten einem nach dem anderen von der Bühne. Bush stellte er als energielos und langweilig dar, Ted Cruz nannte er nur noch „lying Ted“, also  Lügen-Ted, während er sich über Marco Rubios Schweißausbrüche  lustig machte und sich über die Essmanieren von John Kasich mokierte. Politische Beobachter empfanden diese Attacken als hochgradig kindisch und konnten nicht verstehen, dass er damit eine klare Botschaft an all die vergrämten Wähler schickte, die schon seit langem enttäuscht vom politischen Prozess den Wahlen fern blieben. Besonders liebten sie ihn, wenn er sich in seine Forderungen nicht um Political Correctness scherte. So forderte er einen kompletten Einreisestopp für Muslime und meinte, dass er Terroristen dadurch Herr werden könne, indem er dessen Familienmitglieder aus dem Weg räume. Der Saal grölte begeistert, auch wenn er später solche Aussagen immer wieder relativieren musste. Doch es ging wohl niemandem um konkrete Lösungen, sondern um ein Gefühl „wir zeigen es Washington!“ Und Donald Trump verstand es diese Botschaft wie kein anderer zu vermitteln.

Peter Nickel
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Entscheider, Unternehmer und Agenturinhaber, Gründer des Unternehmerformats „TippsTrendsNews“ auf N24, Topspeaker. Zudem ist er Chancengeber, Möglichmacher, Visionär und Antreiber.

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